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Rechner Keilförmiger Fels — Standsicherheitsfaktor (FS) für ebene und Keilbruch

Bei Felsböschungen erfolgt der Bruch durch Gleiten entlang vorhandener Trennflächen: Klüfte, Verwerfungen, Schichtungs- oder Schieferungsflächen. Dieser Rechner liefert den Standsicherheitsfaktor für die beiden häufigsten Modi: ebener Bruch (eine einzelne Trennfläche) und Keilbruch (Schnittlinie zweier Trennflächen). Er verwendet die klassische Methode nach Hoek & Bray 1981 mit dem kinematischen Kriterium nach Markland 1972, um zu erkennen, welche Brüche geometrisch möglich sind, bevor ihr FS berechnet wird. Unverzichtbar bei der Planung von Tagebauböschungen, Straßeneinschnitten in Gebirgsregionen, Steinbrüchen und Felsaushub für Ingenieurbauwerke.

Was ist das und wann wird es angewendet?

Ein ebener Bruch erfordert, dass die Trennfläche zur Böschung hin einfällt (ähnliches Streichen, geringeres Einfallen als der Böschungswinkel und größer als der Reibungswinkel). Ein Keilbruch erfordert zwei Trennflächen, deren Schnittlinie dieselben drei Bedingungen erfüllt. Diese Analyse gilt für Böschungen in massivem Fels mit klaren dominanten Trennflächen (geklüftete Granite, geschichtete Sandsteine, geschieferte Gneise). Sie gilt nicht für stark zerklüftete Gebirge (Hoek-Brown-Methode mit äquivalentem Kontinuumskriterium) oder für weiche Gesteine wie Tonstein (Bodenverhalten). Sie ist kritisch im Tagebau (große Kupferlagerstätten) und bei Hauptautobahneinschnitten in Gebirgsregionen.

Angewandte Formeln

Ebener Bruch — Grundlegender FS:

FS = (c·A + (W·cos ψp − U − V·sin ψp)·tan φ) / (W·sin ψp + V·cos ψp)

wobei ψp = Einfallen der Ebene; W = Gewicht des Keils; A = Fläche der Ebene; c, φ = Parameter der Trennfläche; U = Wasserdruck auf der Ebene; V = Wasserdruck im Zugriss hinter der Böschungskrone

Markland-Kriterium (eben): Bruch möglich, wenn ψf > ψp > φ, mit ψf = Einfallen der Böschung

Keilbruch — Vereinfachter FS (Hoek & Bray):

FS = (A·ca + B·cb + (A·NA + B·NB)·tan φ) / (W·sin ψi)

wobei ψi = Einfallen der Schnittlinie; A, B = dimensionslose Faktoren, die von den Winkeln zwischen den Ebenen abhängen; NA, NB = Normalkomponenten auf jeder Ebene; ca, cb = Kohäsionen jeder Trennfläche

Keil mit gemeinsamer Reibung φ und ohne Kohäsion:

FS = (tan φ / tan ψi) · K, mit K = geometrischer Faktor, der von den Winkeln zwischen den Ebenen abhängt (typischer Bereich 1,5-3)

Gewicht des Keils: W = γGestein · V, mit V = tetraedrisches Volumen, gebildet aus den beiden Ebenen, der Böschung und der Krone

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FS ebener Bruch (ohne Wasser) und kinematische Überprüfung nach Markland. Für den vollständigen tetraedrischen Keil Swedge oder Rocscience verwenden.

Markland-Kriterium: Bruch möglich, wenn ψp < ψf (Ebene tritt in der Böschungsfläche aus) UND ψp > φ (Reibung wird überwunden). Vereinfachung: U=V=0 (kein Wasserdruck und keine vertikale Spannung).

Berechnungsbeispiel

Felseinschnitt an einer Fernstraße km 32, Gebirgsregion — geklüfteter Granit
ParameterWert
Böschungshöhe H25 m
Böschungseinfallen ψf70°
Einfallen der Bruchebene ψp45°
Reibungswinkel der Trennfläche φ32°
Kohäsion der Trennfläche c30 kPa
Wichte des Gesteins γ26 kN/m³
Zugriss (Abstand von der Krone)8 m
Wasser im Riss (Höhe hw)3 m

Markland-Überprüfung: ψf (70°) > ψp (45°) > φ (32°). ✓ Ebener Bruch möglich. Geometrie: Länge der Ebene entlang des Einfallens L = H/sin ψp − [Abstand Riss]·cos ψp/sin ψp = 25/sin 45° − 8·cos 45°/sin 45° = 35,4 − 8 = 27,4 m. Fläche der Ebene pro laufendem Meter (Streichenrichtung): A = 27,4 m²/m. Blockvolumen (Dreieck mit Krone und Riss): V = 0,5 · [25 − 8·tan ψp] · [25/tan ψp − 8] = 0,5 · (25 − 8) · (25 − 8) = 0,5 · 17² = 144,5 m³/m. Gewicht W = 26 · 144,5 = 3.757 kN/m. Wasserdruck auf der Ebene (dreieckige Verteilung mit hw = 3 m an der Mündung): U = 0,5 · γw · hw · L = 0,5 · 9,81 · 3 · 27,4 = 402,9 kN/m. Kraft im Riss: V_w = 0,5 · γw · hw² = 0,5 · 9,81 · 9 = 44,1 kN/m. FS Zähler: c·A + (W·cos ψp − U − V_w·sin ψp)·tan φ = 30·27,4 + (3.757·cos 45° − 402,9 − 44,1·sin 45°)·tan 32° = 822 + (2.657 − 402,9 − 31,2)·0,625 = 822 + 2.223·0,625 = 822 + 1.389 = 2.211 kN/m. FS Nenner: W·sin ψp + V_w·cos ψp = 3.757·sin 45° + 44,1·cos 45° = 2.657 + 31,2 = 2.688 kN/m. FS = 2.211 / 2.688 = 0,82. FS < 1,5 erforderlich nach DIN EN 1997-1 + DIN 1054 → Böschung instabil, erfordert Verstärkung oder Abflachung.

Ergebnis: Markland ✓ Bruch möglich · FS = 0,82 < 1,5 → instabil, Anker oder Abflachung planen

Interpretation der Ergebnisse

Ein FS von 0,82 zeigt an, dass die Böschung unter Wasserbedingungen bereits versagt wäre; ohne Wasser (U = V_w = 0) neu berechnet: FS = (822 + 3.757·cos 45°·tan 32°) / (3.757·sin 45°) = (822 + 1.661) / 2.657 = 0,93. Immer noch < 1. Es ist ein Eingriff erforderlich: Abflachung auf ψf ≤ 40° (unter ψp), systematische passive Anker im Raster 3×3 m mit GEWI-25-mm-Stab, 6 m im gesunden Fels verankert, oder Spritzbeton mit Bewehrungsmatte. Auf der Baustelle wird oft eine lokale Abflachung mit Ankern kombiniert.

Referenznormen

Häufig gestellte Fragen

Wie identifiziere ich die kritischen Trennflächen?

Systematische geologische Kartierung: Nimm mindestens 100-200 Messungen von Streichen und Einfallen an jeder Station der Böschung, trage sie in eine stereografische Projektion ein (Software Dips von Rocscience) und erkenne die dominanten Familien (Dichtespitzen). Kreuze dann die Pole der Familien mit dem projizierten Pol der Böschung, um Ebenen oder Schnittlinien zu identifizieren, die das Markland-Kriterium erfüllen.

Welche Kohäsion verwende ich für die Trennflächen?

Saubere, gesunde Trennflächen: c = 0, φ = 28-35° je nach Rauigkeit und Gesteinsart. Trennflächen mit Füllung: c = 10-30 kPa, φ = 15-25° je nach Art und Dicke der Füllung. Das Barton-Kriterium (JRC-JCS 1973) ist der Standard zur Abschätzung des äquivalenten φ aus Wand-Rauigkeit und JCS-Festigkeit der Wand.

Wann verwendet man Keil- vs. ebenen Bruch?

Eben: eine einzelne Ebene, gerade Gleitlinie, erfordert, dass Einfallen und Streichen der Ebene denen der Böschung sehr ähnlich sind (innerhalb ±20°). Keil: zwei Ebenen schneiden sich und bilden eine Schnittlinie, die zur Böschung hin einfällt. Der Keil ist in der Natur häufiger, da fast immer mehrere Kluftfamilien gleichzeitig aktiv sind.

Seismischer FS bei Felsböschungen?

Es wird eine pseudo-statische Beschleunigung kh·g (mit kh = 0,5·Ag nach DIN EN 1998-1) als horizontale Trägheitskraft im Schwerpunkt des Keils angesetzt. Der FS-Zähler sinkt aufgrund der destabilisierenden Horizontalkomponente; das Ergebnis erfordert FS ≥ 1,1-1,2. Für genauere Analysen wird Newmark 1965 (permanente Verschiebung) anstelle des statischen FS verwendet.

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